Vitamin D – Wichtiger Nährstoff oder unterschätztes Risiko?
Vitamin D spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit. Es unterstützt den Knochenstoffwechsel, stärkt das Immunsystem und beeinflusst zahlreiche Prozesse im Körper. Da es vom Körper unter Sonneneinstrahlung selbst gebildet wird, gilt es als „Sonnenvitamin“. Doch gerade in den Wintermonaten sind viele Menschen von einem Vitamin-D-Mangel betroffen. Gleichzeitig greifen immer mehr Menschen zu hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln, um ihre Speicher aufzufüllen.
Ein Mangel an Vitamin D kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Zu den häufigsten gehören Müdigkeit, Muskelschwäche, häufige Infekte und Stimmungsschwankungen. Langfristig kann ein Mangel das Risiko für Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Immunschwächen erhöhen. Besonders gefährdet sind Menschen, die wenig Zeit im Freien verbringen, ältere Personen, Menschen mit dunkler Haut und Personen mit bestimmten Erkrankungen, die die Vitamin-D-Aufnahme beeinträchtigen.
In den letzten Jahren hat sich Vitamin D zu einem regelrechten Trend entwickelt. Viele greifen vorsorglich zu hochdosierten Vitamin-D-Präparaten, oft ohne vorherigen Test oder ärztlichen Rat. Während ein leichter Mangel ausgeglichen werden sollte, kann eine Überdosierung von Vitamin D ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Ein zu hoher Spiegel kann zu Kalkablagerungen in den Organen, Nierensteinen und Herzproblemen führen.
Die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene liegt bei etwa 800 bis 1000 Internationalen Einheiten (IE). Viele frei verkäufliche Präparate enthalten jedoch 5000 IE oder mehr, was bei langfristiger Einnahme schnell zu einer Überdosierung führen kann. Experten empfehlen daher, Vitamin D nur bei einem nachgewiesenen Mangel gezielt einzunehmen und die Werte regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Der beste Weg, um den Vitamin-D-Spiegel auf natürliche Weise zu stabilisieren, bleibt die Sonne. Bereits 15 bis 30 Minuten Sonnenlicht auf Gesicht und Arme täglich können ausreichen, um die körpereigene Produktion anzuregen. In den sonnenarmen Monaten kann eine moderate Supplementierung sinnvoll sein, jedoch sollte eine Überdosierung vermieden werden. Wer unsicher ist, kann seinen Vitamin-D-Spiegel mit einem Bluttest überprüfen lassen und so individuell dosieren.