Meine Perspektive auf den Dschungel 2026
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus
Ich werde aktuell sehr oft gefragt, warum Eva Benetatou trotz ihrer Geschichte noch immer im Dschungel ist – und warum die Zuschauer sie nicht längst rausgewählt haben. Die gleiche Frage stellt sich auch bei Gil Ofarim.
Beide Fälle muss ich jedoch klar voneinander trennen. Eva kenne ich persönlich, Gil natürlich nicht.
Was Eva betrifft, erkenne ich aus meiner Sicht ein sehr klares Muster in ihrem Verhalten.
Ich halte ihre Selbstreflexion für gering, auch wenn sie selbst glaubt, sehr reflektiert zu sein. Dazu kommt – wie aus vielen anderen Formaten bekannt – eine starke Opferhaltung. Aktuell wird ihr zudem wieder ein flirty Verhalten gegenüber Patrick vorgeworfen.
Ich möchte an dieser Stelle auf eine konkrete Situation eingehen:
Im Forsthaus Rampensau fragte mich Eva, was ich von ihr halte. In diesem Gespräch erzählte sie mir von ihrer Geschichte – von Ausgrenzung seit der Kindheit, zunächst vor allem durch Frauen, später in der Schule, dann im Erwachsenenalter und schließlich auch in diversen TV-Formaten.
Eine tragische Geschichte. Niemand möchte Ausgrenzung erleben.
Was mir dabei jedoch aufgefallen ist:
All diese Menschen, die Eva ausgegrenzt haben sollen, haben eine einzige Gemeinsamkeit – nämlich Eva selbst.
Natürlich gibt es keine Rechtfertigung für schlechtes oder verletzendes Verhalten. Aber in diesem Fall ist es zumindest auffällig, dass immer alle anderen Täter sind und Eva stets das Opfer. Diese Menschen kennen sich nicht, hatten nichts miteinander zu tun – und dennoch ergibt sich dasselbe Muster.
Und nein: Das ist keine Täter-Opfer-Umkehr, wie es vermutlich genannt werden wird.
Es ist eine Beobachtung und Feststellung.
Dieses Gespräch war übrigens das einzige, das ich während meiner Forsthaus-Zeit mit Eva geführt habe. Umso bedenklicher finde ich die geringe Selbstreflexion, die sie bis heute zeigt.
Auch jetzt im Dschungel wird Eva mehrfach darauf hingewiesen, dass ihr Verhalten flirty wirkt und sie aufpassen sollte.
Ja – völlig verständlich, dass man bei ihr beim Thema „Flirten mit vergebenen Männern“ besonders genau hinschaut.
Aber es sind nicht nur kritische Stimmen.
Stephen, Hubert und auch Simone versuchen ihr, aus einer neutralen, wohlwollenden Perspektive, Feedback zu geben. Doch wieder: keine Einsicht. Stattdessen Tränen, Rückzug und erneut das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden.
Wie viel reflektierter – und ehrlicher – wäre es zu sagen: „Danke für den Hinweis. Das war mir nicht bewusst, aber ich werde darauf achten.“
Gerade nach ihrer Geschichte würden die Menschen genau das erwarten.
Stattdessen inszeniert Eva erneut die Rolle der Ausgegrenzten.
Und ganz ehrlich: Was soll man noch sagen, wenn eine junge Frau weinend am Weiher sitzt?
Mein persönlicher Tipp an Eva:
Hör auf, alle automatisch als deine Feinde zu sehen.
Es gibt Menschen, die dich schützen wollen, die müde sind vom immer gleichen Thema oder die dir schlicht etwas spiegeln möchten.
Wenn du immer denselben Fehler machst, wirst du auch immer wieder an denselben Punkt kommen – inklusive Tränen und dem Gefühl, dass „alle gegen dich sind“.
In diesem Zusammenhang möchte ich Stephen Dürr ausdrücklich erwähnen:
Ich habe ihn als sehr gesund, reflektiert, diplomatisch und fair wahrgenommen.
Aber natürlich darf das jeder anders sehen.
Zu Gil Ofarim habe ich eine andere, deutlich differenziertere Meinung.
Seine Geschichte ist eigentlich weder zu kommentieren noch zu relativieren.
Und trotzdem stellt sich für mich die Frage: Soll man einen Menschen ausschließlich auf diese eine Tat reduzieren?
Ich tue mir schwer mit Gil.
Im Dschungel erleben wir eine Art Dauerschleife aus Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit und Menschlichkeit. Daran ist grundsätzlich nichts falsch – aber im Kontext seiner Geschichte wirkt es nicht stimmig.
Und dennoch: Die Menschen wählen ihn nicht raus.
Warum?
Wollen sie ihm verzeihen?
Ihm eine Heldenreise ermöglichen?
Ist es ein stilles „Lasst mich zurückkommen, ich zeige euch, dass ich ein guter Mensch bin“?
Ich glaube, viele warten einfach darauf, zu verstehen, was ihn damals zu dieser Tat gebracht hat.
Warum er das getan hat.
Doch wir bekommen keine Erklärung.
Gil verweist immer wieder auf seine Verschwiegenheitsklausel: „Ich darf nichts sagen.“
Und trotzdem versuchen wir, zwei Bilder miteinander zu verbinden:
- den höflichen, hilfsbereiten Gil aus dem Dschungel
- und den Gil, der diese Geschichte verursacht hat
Das fällt schwer – vermutlich uns allen.
Ich glaube, viele Menschen möchten ihm verzeihen, wissen aber nicht, ob sie das dürfen.
Also passiert Vergebung anonym.
Man ruft für ihn an – heimlich.
Man verzeiht, ohne es offen zuzugeben.
Ich bin noch immer sauer auf Gil.
Auf das, was er getan hat.
Aber ich sehe auch, wie viel Mühe er sich gibt.
Mein klarer Tipp an ihn:
Sag endlich Entschuldigung!!!!
Sag den Menschen, dass es dir leid tut.
Dass du es bereust.
Das geht auch mit Verschwiegenheitsklausel.
In diesem Sinne…Schönen Dschungel euch allen
Bernhard Schwendemann
